Saison 2026 - am 19.05.2026

BIO - Weinbau aktuell

Entwicklungsstadium: BBCH 15 – 55 („5 Blätter entfaltet“ bis „Gescheine sichtbar“) In frühen Regionen sind 6-8 Blätter entfaltet und die Gescheine sind bereits gut sichtbar. Da die vergangene Woche recht kühl war, wurde die Entwicklung etwas gebremst. Ab dieser Woche werden die Temperaturen aber wieder bergauf gehen. Je nach Region haben Primärinfektionen stattgefunden.

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Oidium (Echter Mehltau)

Aufgrund der KX-Risikobewertung sollte in Anlagen mit starkem Vorjahresbefall, sowie in empfindlichen Sorten wie Chardonnay, Blaufränkisch, Grüner Veltliner und Zweigelt sofort eine Applikation eingeplant werden.

 

Netzschwefel Kwizda 0,5% (1 kg/ha) + Limocide 0,4% (0,8 l/ha auf
200 l Spritzbrühe)

 

 

Peronospora (Falscher Mehltau)

150 g bis 200 g reinCu/ha je nach Laubentwicklung sind zu empfehlen.

 

Cuprofor flow 0,4 l/ha + Upside 2,5 l/10.000 m² LWA

 

Ab 5 Blatt Stadium sollte Upside in einem Block von 3 aufeinander folgenden Spritzungen zum Kupfer dazu gegeben werden – 2,5 l/10.000 m² behandelte Laubwandfläche.

In Kombination mit Cuprofor flow wird die Schutzwirkung optimiert, insbesondere bei hohem Infektionsdruck. Durch den Einsatz im Block von 3 Anwendungen wird ein konstanter langanhaltender Schutz aufgebaut und gehalten.

 

Schwarzfäule & Roter Brenner

werden durch die kupferbasierte Peronospora-Behandlung mitabgedeckt.

 

Traubenwickler-Bekämpfung: Spintor, Lepinox oder WEINTEC

Mit dem Herannahen des ersten Fluges beider Traubenwicklerarten, rückt auch die Bekämpfungsstrategie in den Fokus. Grundsätzlich stehen drei bewährte Ansätze zur Verfügung:

 

Verwirrungstechnik

In Anlagen, in denen WEINTEC bereits im Frühjahr ausgebracht wurde, ist keine zusätzliche Insektizidmaßnahme gegen den Traubenwickler notwendig.

 

Biologische Insektizide:

Lepinox Plus (Bt-Präparat)

Das Mittel Lepinox Plus (Wirkstoff: Bacillus thuringiensis kurstaki) ist eine nützlingsschonende Maßnahme, die besonders in ökologisch wirtschaftenden Betrieben eingesetzt wird. Der Einsatzzeitpunkt liegt kurz nach dem Rebschutzwarndienst gemeldeten Flugbeginn, idealerweise beim Schlüpfen der Junglarven (nach dem Höhepunkt des Falterfluges).

 

Spintor (Spinosad)

Spintor ist ebenfalls für den Einsatz gegen Traubenwickler zugelassen und wirkt über Fraß – ideal bei starkem Befallsdruck oder wenn der optimale Lepinox-Zeitpunkt verpasst wurde.

 


WEINTEC bis zu 400 Dispenser/ha

Lepinox Plus 0,6 kg/ha

Spintor 80 – 160 ml/ha

 

 

Der Springwurmwickler (häufig auch als Grünwickler bezeichnet) ist normalerweise nicht bekämpfungswürdig, da er selten ernsthaften Schaden anrichtet. Allerdings kann es in manchen Jahren lokal zu starkem Auftreten kommen – insbesondere bei feuchter Witterung oder dichter Laubwand –, was Schäden an Gescheinen oder später an Beeren zur Folge haben kann.

Die Schadschwelle für chemische Pflanzenschutzmaßnahmen gelten 5 bis 10 Larven/ Rebstock im 3-5-Blattstadium.

 

Unterschiede:

Traubenwickler-Larven: gelblich bis bräunlich, kleiner, verstecken sich in Gespinsten an Gescheinen und Beeren.

Springwurmwickler-Larven: leuchtend grün, sehr mobil (springen/zucken beim Stören), kaum Schadwirkung, v.a. in Laubwänden sichtbar.

 

Strategie gegen die Amerikanische Rebzikade in gefährdeten Gebieten:

Die Amerikanische Rebzikade (Scaphoideus titanus) gilt in Europa als einer der wichtigsten Schädlinge im Weinbau, weil sie als Hauptüberträger der Krankheit „Goldgelbe Vergilbung“ (Flavescence dorée, FD) fungiert. Aktuell steht weniger die direkte Saugschädigung im Vordergrund, als das Risiko der Ausbreitung der FD in den betroffenen Regionen, wenn die Zikade nicht konsequent überwacht und bekämpft wird.

In vielen Weinbaugebieten wird die Situation daher als angespannt bewertet: Die Rebzikade ist in mehreren Ländern und Regionen etabliert und kann sich – begünstigt durch warme Sommer und die Mobilität der Insekten – weiter ausbreiten. Behörden und Weinbauorganisationen setzen deshalb verstärkt auf Monitoring (z. B. Gelbtafeln), die Entfernung befallener Rebstöcke sowie gezielte Pflanzenschutzmaßnahmen.

 

 

Kwizda Gelbtafel 25 Stück pro Packung

 

ART. 53 Zulassung für biologische Betriebe

RAPTOL HP 1,5 l/ha

Bei Befallsbeginn bzw. bei Sichtbarwerden der ersten Symptome/Schadorganismen durch die Zikade.

Max. 2 Behandlungen in der Anwendung

 

 

Strategie zur Düngung:

Mit steigenden Temperaturen nach der Kaltfront steigt der Nährstoffbedarf der Weinrebe deutlich. In der Phase Austrieb bis kurz vor Blüte sind neben N und K vor allem Magnesium (Mg) und Eisen (Fe) wichtig: Sie fördern Blattaufbau und Chlorophyllbildung und sichern so eine hohe frühe Assimilationsleistung. N nur moderat einsetzen (sonst zu starkes Triebwachstum/Krankheitsdruck), K unterstützt Wasserhaushalt und Stofftransport, Mg beugt frühen Mangelerscheinungen vor, Fe ist auf kalkreichen Böden zentral gegen Chlorosen.

 

Frühjahr: Wuxal Ascofol – Durch die Kombination aus Algenextrakten, Kalium und Mikronährstoffen wird die Vitalität der Rebe unterstützt und fördert die Stressstabilität, auch unter herausfordernden Witterungsbedingungen.

Vorblüte: Wuxal Amino – schnell verfügbare Aminosäuren, bessere Stresstoleranz und Unterstützung von Blüte/Ansatz.

Nachblüte: Wuxal Aminocal – Aminosäuren + Calcium für Zellwandstärkung und robuste Bestände in der Wachstumsphase.

 

Unsere Blattdünger Empfehlungen:

 

BBCH 15

2 l/ha Wuxal Ascofol 

2 l/ha Wuxal AMINO

 

vor der Blüte

2 l/ha Wuxal Ascofol 

 

ab Fruchtansatz

2 l/ha Wuxal Ascofol 

3 l/ha Wuxal AMINOCAL

 

 

Pfl.Reg.Nr.: Austriebsspritzmittel 7E 1739; Spintor 3296; Raptol HP 4477; Cuprofor flow 3034-901, Upside 4528, Netzschwefel Kwizda 1941, Limocide 4097, Trico 2787; Karma SG 3398;