Saison 2026 - am 20.04.2026

BIO-Weinbau aktuell

Entwicklungsstadium: 3 – 5 Blatt-Stadium (BBCH 13 - 15)

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Echter Mehltau (Oidium)

Oidium hat Peronospora als Leitkrankheit zum Saisonstart abgelöst. Mit der Klimaerwärmung treten Austrieb und milde, feuchte Witterungsphasen häufiger und früher auf – damit entstehen bereits zu Saisonbeginn günstige Bedingungen für Oidium. Da der Pilz als Mycel in den Knospen überwintert, kann er mit dem Austrieb bereits früh infizieren; aktuell unterstützt durch hohe Luftfeuchte (ca. 60–87%). Temperaturlich ist Oidium besonders begünstigt bei 20–25 °C (günstig 15–30 °C), während unter ~10 °C die Entwicklung langsam ist und über ~35 °C deutlich gehemmt wird.

Die erste Behandlung richtet sich daher nach dem Entwicklungsstand des jeweiligen Weinbergs, nicht nur nach Niederschlag/Peronospora.

Oidiumbekämpfung im 3- bis spätestens 5‑Blatt‑Stadium starten.

Netzschwefel Kwizda – solo 2 - 3 kg/ha

 

Limocide ist ein schnell wirkendes Pflanzenschutzmittel, womit auch nicht sichtbare Infektionen sicher bekämpft werden; mit KnockDown-Effekt (ab BBCH12 bis 71 zugelassen).

Netzschwefel Kwizda 0,5% (1 kg/ha) + Limocide 0,4% (0,8 l/ha auf 200 l Wasser)

 

 

Peronospora (Falscher Mehltau)

Frühbehandlungen mit Nebenwirkung auf Schwarzfäule und Roter Brenner.

Erste Infektionen können ab BBCH 13 bei feucht-warmer Witterung auftreten. Die erste vorbeugende Kupferbehandlung sollte unmittelbar nach Bodeninfektion und vor dem nächsten Regen erfolgen.

Ab 5 Blatt Stadium sollte Upside in einem Block von 3 aufeinander folgenden Spritzungen zum Kupfer dazu gegeben werden – 2,5 L/10.000 m² behandelte Laubwandfläche. In Kombination mit Cuprofor flow wird die Schutzwirkung optimiert, insbesondere bei hohem Infektionsdruck. Durch den Einsatz im Block von 3 Anwendungen wird ein konstanter langanhaltender Schutz aufgebaut und gehalten.

Cuprofor flow 0,2 – 0,4 l/ha + Upside 2,5 l/10.000 m² LWF

 

 

Schwarzfleckenkrankheit (Phomopsis viticola)

Besonders empfindlich sind die jungen Triebe ab Austrieb. Frühzeitige Behandlung verhindert erste Infektionen.

Vorjahresbefall beachten: Befallene Anlagen (z. B. Müller-Thurgau) besonders schützen.

Zusätzliche Maßnahmen: Entfernen von Altlaub und infiziertem Rebholz zur Reduktion des Inokulums.

Gute Nebenwirkung: Netzschwefel Kwizda – solo Anwendung 2 - 3 kg/ha vor längeren Nässeperioden

 

Hinweis: Bitte passen Sie den  Spritzabstand dem Zuwachs an. Dies ist entscheidend für Ihren Erfolg im Biologischen Weinbau!

Traubenwickler

Aufgrund der Gradtage sollte die Ausbringung der Dispenser bis spätestens Ende April abgeschlossen sein.

400 WEINTEC Dispenser/ha

 

Strategie gegen die Amerikanische Rebzikade in gefährdeten Gebieten:

Die Amerikanische Rebzikade (Scaphoideus titanus) gilt in Europa als einer der wichtigsten Schädlinge im Weinbau, weil sie als Hauptüberträger der Krankheit „Goldgelbe Vergilbung“ (Flavescence dorée, FD) fungiert. Aktuell steht weniger die direkte Saugschädigung im Vordergrund, als das Risiko der Ausbreitung der FD in den betroffenen Regionen, wenn die Zikade nicht konsequent überwacht und bekämpft wird.

In vielen Weinbaugebieten wird die Situation daher als angespannt bewertet: Die Rebzikade ist in mehreren Ländern und Regionen etabliert und kann sich – begünstigt durch warme Sommer und die Mobilität der Insekten – weiter ausbreiten. Behörden und Weinbauorganisationen setzen deshalb verstärkt auf Monitoring (z. B. Gelbtafeln), die Entfernung befallener Rebstöcke sowie gezielte Pflanzenschutzmaßnahmen.


Kwizda Gelbtafel 25 Stück pro Packung

 


ART. 53 Zulassung für biologische Betriebe
RAPTOL HP 1,5 l/ha

Bei Befallsbeginn bzw. bei Sichtbarwerden der ersten Symptome/Schadorganismen durch die Zikade.

Max. 2 Behandlungen in der Anwendung

 

Strategie zur Düngung:

Mit steigenden Temperaturen nach der Kaltfront steigt der Nährstoffbedarf der Weinrebe deutlich. In der Phase Austrieb bis kurz vor Blüte sind neben N und K vor allem Magnesium (Mg) und Eisen (Fe) wichtig: Sie fördern Blattaufbau und Chlorophyllbildung und sichern so eine hohe frühe Assimilationsleistung. N nur moderat einsetzen (sonst zu starkes Triebwachstum/Krankheitsdruck), K unterstützt Wasserhaushalt und Stofftransport, Mg beugt frühen Mangelerscheinungen vor, Fe ist auf kalkreichen Böden zentral gegen Chlorosen.

 

Frühjahr: Wuxal Ascofol SiCure – Algenextrakte + pflanzenverfügbares Silizium (SiCure) sowie K und Mikronährstoffe für Vitalität und Stressstabilität.

Vorblüte: Wuxal Amino – schnell verfügbare Aminosäuren, bessere Stresstoleranz und Unterstützung von Blüte/Ansatz.

Nachblüte: Wuxal Aminocal – Aminosäuren + Calcium für Zellwandstärkung und robuste Bestände in der Wachstumsphase.

 

Unsere Blattdünger Empfehlungen:

BBCH 15
2 l/ha Wuxal Ascofol SiCure

2 l/ha Wuxal AMINO

 

vor der Blüte

2 l/ha Wuxal Ascofol SiCure
 

ab Fruchtansatz

2 l/ha Wuxal Ascofol SiCure

3 l/ha Wuxal AMINOCAL

 

Verbiss von Knospen und Trieben durch Rehwild:

10 – 15 l/ha Trico in 50 l Wasser solo anwenden

2 Anwendungen im Abstand von 28 Tagen. Gezielt auf die zu schützenden Jungtriebe applizieren. Nicht in der Hitze und nicht in Tankmischungen ausbringen (5 Tage Abstand zu anderen Spritzungen).