Zwergrost der Gerste
Puccinia hordei
Zur Zeit des Ährenschiebens erscheinen vor allem auf der Blattoberseite, selten auf Blattscheiden, Halmen, Spelzen und Grannen relativ kleine, kreisförmige, gelborange bis hellbraune Rostpusteln, die Sommersporenlager, die später dunkler werden. Sie sind meist durch einen gelblichen Hof vom Blattgrün abgegrenzt. Bei wenig anfälligen Sorten oder ungünstigen Infektionsbedingungen entstehen nadelstichartige chlorotische Flecken, die den Blättern ein gesprenkeltes Aussehen geben. Bei starkem Befall sterben die Blätter vorzeitig ab, und die Pflanzen werden früher reif. Zur Reife der Gerste erscheinen vor allem auf Blattunterseite und Blattscheide der älteren Blätter unter der Epidermis schwärzliche, sehr kleine Wintersporenlager. Der Braunrost kann nur an junger Gerste mit Gelbrost verwechselt werden, da letzterer später die Pusteln in Streifen anlegt.
Bekämpfungsschwelle:
Erste Pusteln auf 30 % der Haupttriebe.
Alle Kulturformen der Gerste und die Wildform H. spontaneum dienen dem Pilz als Hauptwirte.
P. hordei ist ein wirtswechselnder Pilz. Nach der Ernte geht er über auf Nachschosser, aufgelaufenes Ausfallgetreide, Frühsaaten von Wintergerste und im Frühjahr dann auf Sommergerste. Die Sommersporen können mit dem Wind über große Entfernungen verbreitet werden. Sie keimen nur bei 100 % Luftfeuchte und Dunkelheit in einem Temperaturbereich von 5 - 25 °C (Optimum 15 - 20 °C). Höhere Temperaturen und ausreichende Taubenetzung der Pflanzen fördern also die Ausbreitung. Starker Befall setzt oft erst im Juli ein; heiße Sommertage schwächen das Auftreten wieder, denn bei 30 °C stirbt das Myzel ab.
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