Weidenbohrer
Cossus cossus L.
Am Stamm finden sich große Bohrlöcher, aus denen Bohrmehl und Raupenkot quillt und die in meist nach oben verlaufende Gänge mit ovalem Querschnitt führen. Von Raupen geschädigte Bäume zeigen ein gehemmtes wachstum und gehen bei starkem Befall ein.
Der im Baum von den Raupen angerichtete Schaden kann die Ursache für das Absterben ganzer Bäume sein. Obstbäume sind meist verloren, bei Waldbäumen wird das Holz infolge der zahlreichen Fraßgänge für technische Zwecke vollkommen wertlos.
Der Falter ist plump, Flügel braungrau, weißgrau gewässert und mit dunklen Wellenlinien gezeichnet, der Körper stark beharrt. Die Flügelspannweite des Weibchens reicht bis 9,5 cm, die vom Männchen ist kleiner. Die Jungraupen sind fleischfarben mit schwarzem Kopf und Nackenschild, werden später gelblichrot mit tief rotbraunem Rücken. Der Kopf, die Brust und zwei Flecken am Nackenschild sind schwarz. Die Raupen haben starken Bockgeruch und werden bis 10 cm lang.
Der Weidenbohrer ist ein Holzschädling, der an verschiedenen Obstbäumen und zahlreichen anderen Laubgeholzen, besonders an Weiden und Pappeln, schädlich wird.
Der träge Schmetterling fliegt nachts im Juni und Juli und legt die hellbraunen, schwarz gestreiften Eier in Gelegen von 15 - 20 Stück in Rindenritzen, unter Borkenschuppen von Obstbäumen, meist unten am Stamm ab (je Weibchen bis zu 1500 Eier). Etwa 14 Tage später schlüpfen die Raupen, die zunächst gemeinsam unter der Rinde fressen. Im nächsten Frühjahr dringen sie in das Holz ein und durchfressen es nach allen Richtungen, meist aufwärts steigend. Kot und Bohrmehl werden aus der Öffnung am unteren Gangende herausgeschafft und verraten damit die Anwesenheit der Raupen. Sobald die Raupe nach zweimaliger Überwinterung erwachsen ist, wandert sie in den unteren Teil des Stammes und verpuppt sich in einem Kokon im Mai des 3. Jahres. Seltener erfolgt die Verpuppung auch im Boden. Die Puppenruhe dauert 3 bis 6 Wochen.
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| Der Weidenbohrer |

