Splintholzkäfer, brauner
Lyctus brunneus
Durch seine rasche Entwicklung und somit relativ schnellen Generationenfolge kann der Braune Splintholzkäfer noch größere Schäden als die Nagekäfer (Anobiidae) verursachen.
Die Käfer sind relativ groß, 2,5 - 8 mm lang; Körper schlank, rotbraun, dunkelbraun oder gelbbraun, teilweise schwarz gefärbt. Der Kopfteil ist meist dunkler gefärbt, auf den Elytren finden sich Punktreihen. Die engerlingsähnlichen, elfenbeinweissen Larven können im ausgewachsenen Zustand eine Länge von ca. 6 mm erreichen. Sie besitzen 3 deutlich sichtbare Brustbeinpaare.
Ein Befall wird meist relativ spät entdeckt, da die Fraßgänge wieder mit Bohrmehl verstopft werden. Die Ausfluglöcher messen 0,8 - 1,5 mm und sind leicht ausgefranst. Mehrere Generationen können hintereinander das gleiche Holz befallen, sodass dieses total zerstört werden kann. Befallen werden gerne Türen und Türrahmen aus Exotenhölzern. Im Handel gibt es chemische Produkte zur Vorbeugung und zur Bekämpfung.
Die Art befällt bevorzugt tropische Laubhölzer, geht bei uns jedoch auch an Eiche, Esche, Nußbaum, Ulme und Edelkastanie.
Der Braune Splintholzkäfer wurde durch den Holzhandel in alle Welt verschleppt und gilt bei uns als einer der gefürchtetsten Holzschädlinge. In England, Frankreich und Belgien wird er seit Beginn des 20. Jahrhunderts beobachtet, in Deutschland wurde er erstmals in den 50er Jahren auffällig. Die Einbürgerung war deshalb möglich, da die Tiere Winterkälte ertragen. Außerdem kommt es immer wieder zu Neueinschleppungen mit afrikanischem Importholz bzw. mit Verpackungsholz und Holzfertigwaren.
Der Braune Splintholzkäfer dürfte die bekannteste Lyctiden-Art sein. Die Entwicklungszeit liegt bei 5 - 18 Monaten, d.h. der Käfer kann u. U. 2 Generationen im Jahr durchlaufen. Die Lebensweise gleicht im Wesentlichen der der anderen Lyctiden-Arten.
