Sitkafichtenlaus (Fichtenröhrenlaus)
Liosomaphis abietinum, syn. Elatobium abletinum
Die Sitkafichtenlaus, wurde Anfang der 60er Jahre aus den USA eingeschleppt und hat sich in ganz Europa verbreitet. Sie gehört zu den Röhrenläusen, die am Hinterende des Körpers zwei Röhren (Siphonen) tragen. Diese dienen aber nicht zur Ausscheidung von Honigtau, wie oft vermutet wird.
Die ungefähr 2 mm große Sitkafichtenlaus, ist grün oder schmutzig-grün gefärbt und hat auffällige rote hervorstehende Augen.
Die Sitkafichtenlaus hält sich im allgemeinen in lichtgeschützten Bereichen auf. Deshalb verläuft der Befall der Bäume von innen nach außen und von unten nach oben.Sie besiedelt, anders als es sonst für Blattläuse typisch ist , zuerst die sonnenabgewandten alten Gehölzteile.
Sie saugen überwiegend an den Unterseiten der Altnadeln. Durch den Saftentzug und durch die Abgabe von giftigem Speichel kommt es zur Schädigung der Nadeln. Dadurch sind für einen sichtbaren Schaden nicht so eine große Anzahl von Läusen erforderlich.
Die geschädigten Nadeln verfärben sich gelbgrün, anfangs auch als Bänderung erkennbar, verbräunen später und fallen dann ab.
Die abgestorbenen Nadeln werden im Sommer oft von "Staubläusen" oder "Flechtlingen" (wenige mm groß) besiedelt. Diese lausartigen Tiere verursachen jedoch keinen unmittelbaren Schaden, weil sie sich von den gleichfalls auftretenden Pilzen, Algen und Flechten ernähren.
An den neuen Pflanzentrieben, die sich ab Mai entwickeln saugen die Läuse nicht, diese bleiben befallsfrei.
Typisches Schadbild: In den unteren und mittleren Kronenbereichen vergilben die älteren Triebe und verkahlen mit der Zeit.
Bei mehrjährigem, stärkerem Befall sind besonders die älteren Bäume durch den ständigen Verlust der Assimilationsfläche nicht mehr in der Lage sich zu regenerieren. Sie verkahlen und sterben ab.
Der starke Schaden wiederholt sich alle 3-4 Jahre.
In warmen Gebieten können die Läuse den ganzen milden Winter über saugen.
Besonders beliebt bei den Sitkafichtenläusen ist die
Sitka-Fichte (Picea sitchensis) aber auch andere Arten wie Blau-Fichte, Picea pungens; Serbische Fichte, Picea omorika). die heimische Rot-Fichte (Picea abies) wird seltener geschädigt.
Tannen und andere Nadelgehölze werden offenbar nicht befallen.
Sie überwintert als ungeflügelte Laus oder als bräunlich schwarze Eier. Ab März/April schlüpfen die Larven, die nach etwa 3 Wochen fortpflanzungsfähig sind. Im Mai entwickeln sich auch geflügelte Weibchen, die für die Verbreitung der Läuse sorgen. Da im Juni/Juli die Population durch die höheren Sommertemperaturen, die Veränderung der Saftzusammensetzung der Siebröhren in der Pflanze, der Nahrungsmangel und dank der natürlichen Feinde zusammenbricht, kommt es im Sommer praktisch nie zu einer massenhaften Vermehrung. Im Herbst, ungefähr im Oktober, steigt das Aufkommen der Tiere wieder an.
Erst im Oktober/Dezember treten sowohl die ungeflügelten Weibchen als auch die geflügelten Männchen in Erscheinung. Nach der Begattung legen die Weibchen ihre gelblich braunen Eier einzeln an die Nadeln oder auch seltener an die Zweigrinde. Die erwachsenen Tiere überwintern im Kroneninnern der Pflanze. In sehr milden Wintern kann es bereits in den Wintermonaten zu einer ungschlechtlichen Vermehrung kommen. Dann werden keine Eier gelegt, sondern lebende Jungtiere geboren.
Besonders nach einem milden Winter ist mit einer Massenvermehrungen zu rechnen, weil die unbeflügelten Läuse überlebt haben und sofort mit der Vermehrung beginnen können. Auch der Witterungsverlauf des Frühjahrs kann die Vermehrung beeinflussen.
Bei starkem Befall sind oft auf einer Nadel bis zu 10 Läuse zu finden.
