Schildlaus

Coccoidea

Die Schildläuse oder Coccoidea sind eine Überfamilie der Insekten und gehören zu den Pflanzenläusen (Sternorrhyncha). Von den bekannten 3.000 Arten leben in Mitteleuropa etwa 90. Die Körperlänge der Tiere beträgt zwischen 0,8 und 6 mm, die größte Art Aspidoproxus maximus kann bis zu 38 mm lang werden. Alle Schildläuse ernähren sich von Pflanzensaft und gelten aus diesem Grund häufig als Schädlinge. Ein typisches Beispiel für das Schadverhalten ist die Buchenwollschildlaus.

Die männlichen Schildläuse sind in der Regel geflügelt. Dabei sind die Hinterflügel zu Schwingkölbchen umgewandelt, außerdem besitzen sie keine Mundwerkzeuge und nehmen entsprechend auch keine Nahrung auf.

Die Weibchen leben meist in großen Kolonien auf verschiedenen Pflanzenteilen. Ihr Körper ist schildförmig und häufig in eine Kapsel eingeschlossen, bei vielen Arten sind die Weibchen vollkommen bewegungsunfähig. Der lange Stechrüssel wird in die Pflanze eingestochen. Oft sind die Schildlausweibchen auch von einem Wachssekret überzogen. Parthenogenese kommt bei Schildläusen vor, die erste Larve ist beweglich und setzt sich sehr schnell fest. Die Weibchen legen unter ihrem Schild riesige Mengen an Eiern ab.

Die Junglarven schlüpfen etwa ab Juli und wandern dann auf Blätter und junge Triebe. Durch die Saugtätigkeit kommt es während des Sommers zu starker Honigtaubildung.

Die bekanntesten Arten sind: Kommaschildlaus, grosse Obstbaumschildlaus, San-Josè-Schildlausweibchen, gemeine Napfschildlaus, schwarze Napfschildlaus, wollige Napfschildlaus.

Vor allem im Winter und Frühjahr. Auf verschiedenen Zimmerpflanzen, meist an den Blattunterseiten, den Blattadern und den Ästen. Häufig an: Palmen, Oleander, Ficus, Orchideen, Aralien. Sie befallen gerne Farne und hartlaubige Gewächse wie Zitruspflanzen oder Lorbeer.

Da eine erwachsene Schildlaus ihren Standort in der Regel beibehält, ist sie auf eine gute Tarnung angewiesen. Meist lebt sie deshalb auf Blattunterseiten oder auf Ästen und ist farblich ihrer Umgebung angepasst. Man erkennt das Vorhandensein von Schildläusen oft erst an deren klebrigen Ausscheidungen als Tropfen auf Blättern und am Boden oder am Auftauchen von Ameisen. Neben Blattläusen und Weißen Fliegen gehören Schildläuse zu den häufigsten Schädlingen an Zimmerpflanzen. Sie entziehen der Pflanze die Nahrung. Durch den ausgeschiedenen Honigtau einiger Napfschildlausarten und die nachfolgende Bildung von Rußtaupilz wird die Photosynthese beeinträchtigt. Deckelschildläuse geben giftige Stoffe in die Pflanzen ab. All dies hemmt das Wachstum der Pflanze und trägt im Extremfall zum Absterben des Wirtes bei.

Honigtau kann für den Menschen störend sein: In Wohnungen verklebt er Böden, Möbel und Fenster, im Freien Autoscheiben. Im Weinbau kann er den Geschmack des Weines beeinträchtigen.

Schildläuse gehören, wie die meisten Pflanzenläuse, zu den Schädlingen, die sich blitzartig vermehren können:
Möglich ist eine geschlechtlichen Vermehrung (auch durch Zwittertum) und eine parthenogenetischen Vermehrung (Jungfernzeugung). Die Vermehrung geschieht oft durch Eiablage unter dem Schild, einige Arten sind lebendgebärend. Schildläuse durchlaufen nach dem Schlüpfen mehrere Larvenstadien. Im ersten Stadium sind sie beweglich und können sich so leicht verbreiten. Die weiblichen Tiere mit Schild sind zwar bewegungsunfähig, die Männchen jedoch sind Zeit ihres Lebens bewegungs- und flugfähig. Die Lebenszeit der Männchen beträgt aber nur wenige Tage, während die Weibchen viele Monate alt werden können. Unter günstigen Bedingungen werden mehr Weibchen hervorgebracht, bei ungünstige Bedingungen entstehen mehr Männchen. Die Zusammensetzung der Population ändert sich also, um bei Bedarf die Beweglichkeit zu verbessern und so einen Ort mit besseren Bedingungen zu finden.