Rhododendronzikade

Graphocephala fennahi, Synonym Graphocephala coccinea

Die Zikaden erreichen eine Körperlänge von acht bis neun Millimetern. Ihre für mitteleuropäische Arten unverwechselbare Körperfärbung ist sehr farbenfroh. Die Oberseite des Halsschildes und der Vorderflügel haben eine kräftig grüne Grundfarbe. Das Halsschild trägt mehrere, zum Teil ineinander fließende orange Flecken, die Vorderflügel weisen je zwei leicht schräg verlaufende orange Längslinien auf, die beide am Flügelinnenrand enden. Der Rand der Flügelspitze ist wie die Hinterflügel dunkel-violett gefärbt. Die Beine, der Hinterleib und der Kopf sind gelb gefärbt. Letzterer hat einen violett bis dunkel gefärbten Streifen auf der Stirn, der über die Facettenaugen bis unter den Rand des Halsschildes verläuft. Das Schildchen (Scutellum) ist orange.

Die ursprünglich in Nordamerika beheimatete Art wurde vermutlich in den frühen 1930er Jahren mit Rhododendronpflanzen in Südengland eingeschleppt. Ende der 1960er Jahre fand man sie auch auf Kontinentaleuropa, wo sie sich bis heute fast überall ausgebreitet hat und häufig vorkommt. In Deutschland wurde die Zikade erstmals in 1978 in Mönchengladbach nachgewiesen. Die Tiere leben in Parks, auf Friedhöfen und Gärten, in denen Rhododendron angepflanzt wurde.

Der Schädling und seine Entwicklung
1. Die Eier überwintern auf den Blütenknospen.
2. Ende April schlüpfen die gelblichen Larven, die auf der Blattunterseite zu
saugen beginnen.
3. Nach mehrmaligen Häutungen sind im Mai und Juni auf der Blattunterseite sowohl die sehr beweglichen Larven als auch die leeren Hüllen zu beobachten.
4. Ende Juni entwickeln sich etwa 9 mm lange, metallisch grüne, geflügelte Vollinsekten mit rötlichen Streifen. Sie sind sehr beweglich und saugen weiter auf den Blättern.
5. Im September legen die Weibchen ihre Eier auf und/oder in den Blütenknospen, meistens unter den Knospenschuppen ab. Bei dieser Gelegenheit werden die Knospen mit den Pilzsporen der Knospenbräune infiziert.
Die Larven ernähren sich ausschließlich vom Pflanzensaft der Rhododendren, die Imagines saugen gelegentlich auch an anderen Pflanzen wie Efeu (Hedera helix), Linden (Tilia), Platanen (Platanus) oder Ahorn (Acer). Man kann die Tiere häufig in großer Zahl beim Sonnen auf der Oberseite der Blätter entdecken. Bei Störungen wird die Blattunterseite aufgesucht.