Rankenkrankheit
Rhabdospora ramealis
Im Sommer erscheinen an vegetativen Trieben in Bodennähe stecknadelkopfgroße, dunkelgrüne Flecken. Mit dem Fortschreiten der Krankheit dehnen sie sich aus (bis etwa 2 cm), werden zuerst rötlich, dann braun, wobei sie einen typischen roten Rand behalten. Später zeigen sich diese Flecke auch an höher gelegenen Teilen der Ranken. Die Flecke laufen ineinander über und bedecken ganze Rindenpartien. Im nächsten Frühjahr brechen aus diesen Läsionen meist reihenweise schwarze Höckerchen (Pyknidien) durch die Epidermis. Bei Feuchtigkeit treten aus diesen gut sichtbare (ca. 1 mm lange), weiße Sporenranken hervor. Im Laufe des Frühjahrs bleichen die Flecken vom Zentrum her aus. Obwohl die Entwicklung der Ranken im Frühjahr noch normal erscheint, sterben sie später von der Spitze her ab. Blätter, Blüten oder Fruchtansätze verfärben sich, welken und schließlich vertrocknet die ganze Ranke.
Vorkommen: An Himbeeren und Brombeeren.
Der Pilz überwintert als Myzel im Wirtsgewebe. Pyknidien (Fruchtkörper) reifen heran und durchbrechen im März die Epidermis der Ranken. Etwa ab April bis August werden die Sporen mit dem Regen verbreitet. Die Inkubationszeit beträgt mindestens 3 Monate.
Normalerweise zeigen sich Symptome aber erst 5 - 8 Monate nach der Sporulation. Die Sporen können bei Temperaturen von 0 - 33 °C auskeimen, die ldealtemperatur liegt aber bei 21 °C. Es werden ausschließlich zarte, junge Triebe über die Stomata infiziert.
