Nacktschnecken, Schnecken
Arion rufus, A. lustitanicus, Deroceras reticulatum
Unsere heimischen Schadnacktschnecken lassen sich drei Familien einteilen:
Die Wegschnecken haben einen gedrungenen Körperbau. In Ruhestellung oder wenn die Tiere durch Berührung gereizt werden, ziehen sie sich zusammen und machen einen "Buckel". Bei den Wegschnecken befindet sich die Atemöffnung im vorderen Teil des Mantelschildes. Wichtige Schädlinge aus dieser Familie sind u. a. die Große Wegschnecke (Arion rufus), die Spanische Wegschnecke (Arion lusitanicus) und die Gartenwegschnecke (Arion hortensis). Die Gartenwegschnecke wird 2,5 bis 3 cm lang. Im Querschnitt erscheint sie halbkreisförmig, ist von schwarz-brauner Grundfärbung mit dunklerer Netzstruktur und gelber oder orangefarbener Sohle.
Die Kielnacktschnecken sind leicht an der kielförmigen Struktur zu erkennen, die sich auf dem Rücken der Tiere vom Mantelschild bis zum Körperende erstreckt. Der Körper ist schlank und das Atemloch befindet sich in der hinteren Hälfte des Mantelschildes. Hierzu gehören recht große Arten, die 5 bis 10 cm lang werden können. Die Bodenkielnacktschnecke wird 6 - 7 cm lang, ist wie die Gartenwegschnecke dunkel gefärbt, hat jedoch eine hell-bräunliche (zentral dunkelgefärbte) Sohle.
Zur Familie der Egelschnecken zählen die wichtigsten landwirtschaftlich relevanten Schadschnecken. Das Atemloch befindet sich ebenfalls in der hinteren Hälfte des Mantelschildes. Im Gegensatz zur o. g. Familie ist jedoch nur das Hinterende des Rückens gekielt. Von großer Bedeutung sind die Genetzte Ackerschnecke (Deroceras reticulatum), die Graue Ackerschnecke (D. agreste) und die Farnschnecke (D. laeve). Die Genetzte Ackerschnecke wird 6 - 7 cm lang, ist weißlich bis bräunlich mit dunkler, netzartiger Strichzeichnung und hat eine helle Sohle.
Schnecken schädigen speziell in feuchten Lagen durch Schabefraß an Blattunterseiten, Stängeln und Knollen, durch unregelmäßig geformte Fraßstellen an den Blättern. Auf den Blättern finden sich stets Schleimspuren durchsetzt mit Kothäufchen. Der Fraß erfolgt meist nachts.
Schnecken sind Allesfresser und bevorzugen das zarte Gewebe junger Wirtspflanzen. Sie greifen verschiedenste Kulturarten wie Raps, Rübsen, Rübe, Kartoffel, Kohl, junges Winter- und Sommergetreide, Mais u.a. an.
Schnecken legen nach der Paarung ihre runden, durchsichtigen Eier (je nach Art 20 - 100) gewöhnlich als Gelege in kleine, in die Erde gegrabene Höhlungen ab. Da die aufgeführten Arten zwittrig sind, ist jedes Tier zur Eiablage befähigt. Der Eischlupf erfolgt temperaturabhängig zumeist innerhalb von 6 Wochen. Bis zur Geschlechtsreife vergehen je nach Witterung, Nahrungsangebot und Art 2 bis 4 Jahre. Schnecken lieben feuchte Witterung, können allerdings längere Trockenperioden in einer Art "Ruhestadium" mit stark reduziertem Stoffwechsel überstehen.
