Mohnwurzelrüssler
Stenocarus fuliginosus
Bei uns ein Schädling von eher geringerer Bedeutung.
Die Larven können die Wurzeln soweit beschädigen, daß diese vertrocknen und bei stärkerem Wind umbrechen. Der Käferfraß wird vor allem den auflaufenden Pflanzen gefährlich, da die Keimblätter restlos vernichtet werden.
Biologie:
Der Mohnwurzelrüssler ist ein 3,3 mm (2,7 bis 4 mm) großer, länglich ovaler, dunkelbrauner, stark beschuppter Rüsselkäfer. Hellere Schuppenhaare geben der Oberseite einen bronzefarbenen und der Unterseite einen gelblich-weißen Schimmer. Die Flügeldecken sind fein gekerbt und an den Schulterecken gerillt und gerippt. An der Basis der Flügeldecken, hinter dem Schildchen, hat der Käfer einen mattsamtschwarzen und an den Flügelenden einen weißen Schuppenfleck. Nach Verlassen der Winterlager im Boden von Straßen- und Feidrändern verursachen die Käfer den oben erwähnten, ungefähr vier Wochen dauernden Reifungsfraß an den Blättern, um danach ihre Eier in die Taschen an der Blattunterseite und in Stängeln, vereinzeit aber auch in den Boden abzulegen. In manchen Fällen kommt es auch an den Mohnfeldern selbst zu einer Uberwinterung. Der Käfer beginnt bei Tagestemperaturen von 10 bis 17° C aktiv zu werden. Nach einer kurzen Fraßzeit an Blättern und in Stängeln, die die oben erwähnten Schäden verursachen, wandern die bis zu 6 mm großen gelblich-weißen Larven, die eine braune Kopfkapsel haben, in den Wurzelbereich ab, wo sie 4 bis 6 Wochen vor allem in der Hauptwurzel fressen und minieren. Danach verpuppen sie sich im Boden in einem Kokon, um noch im Sommer bzw. im Herbst desselben Jahres zu schlüpfen und als Käfer zu überwintern. In trockenen Sommern wandern die Käfer in Wälder bzw. auf Ruderalflächen, wo sie noch im Herbst an Unkräutern fressen. In der Literatur wird ein ca. 11-(elf!)jähriges Intervall für das Auftreten hoher Populationsdichten angegeben.
In feuchten Jahren bleiben die Käfer auf den Mohnfeldern, um sich von den ausgefallenen Samen zu ernähren. Es tritt in Österreich nur eine Generation pro Jahr auf.
Bekämpfung:
1. Geeignete Fruchtfolge, gute Bodenbearbeitung
2. Frühe Saat sowie rechtzeitige Düngung
3. Eingraben von Bodenfallen zur Befallsermittlung
Als Schadensschwellen können 3 bis 4 Käfer je Laufmeter Saatreihe angenommen werden.
4. Bei Flugbeginn (10 bis 15 Tage nach Ende der Überwinterung) ist eine Randbehandlung zumeist ausreichend. Zur Bekämpfung können Mittel zur "Bekämpfung fressender Schädlinge im Ölfruchtbau" herangezogen werden.
