Mehltau, Echter an Getreide

Erysiphe graminis

Echter Mehltau äußert sich am auffälligsten durch die Bildung weißer, watteartiger Pilzgeflechte, die sich zu Polstern entwickeln und allmählich zu einem mehligen, abwischbaren Belag verdichten. Die weißen Pusteln erscheinen zuerst auf der Blattoberseite, an Blattscheiden und Halmen, bei Weizen auch an Ähren, zunächst an der Längskante der Spelzen. Ältere Pusteln verfärben sich zu graubraunen Belägen, in denen gegen Vegetationsende die 0,2 mm großen, dunklen, kugeligen Fruchtkörper zu erkennen sind. Stark erkrankte Blätter vergilben und sterben vorzeitig ab. Typisch sind auf vergilbten Blättern grüne Inseln mit Mehltaupusteln im Zentrum. Alle oberirdischen Pflanzenteile können befallen werden.

An alten, abgewaschenen Mehltau-Pusteln erscheinen nach ungünstiger Witterung, bei Altersresistenz oder an teilresistenten Sorten schwarzbraune Abwehrnekrosen (Resistenzflecke) die mit Symptomen der Netzfleckenkrankheit, Braunfleckenkrankheit, Magnesiummangel oder an den Ähren mit der Spelzenbräune verwechselbar sind.



Bekämpfungsschwelle:

Im Frühjahr (EC 25 - 32) 10 - 50 % der Pflanzen mit ersten Pusteln (je nach Getreideart).

 

Zu den Wirtspflanzen gehören neben Weizen, Gerste, Roggen, Hafer die meisten Futter- und Wildgräser. Für jede Getreideart gibt es eine Spezialform, die nicht auf andere Wirtsarten übergeht. Außerdem gibt es viele Formen die andere Kulturpflanzen befallen.

E. graminis kann als obligater Parasit nur grünes Pflanzengewebe befallen. Er lebt auf der Oberfläche des Wirtsgewebes und ernährt sich mit speziellen Saugorganen (Haustorien) von den Epidermiszellen. Mit Luftbewegungen gelangen die Sporen auf die auflaufenden Pflanzen, wo sie bei geeigneten Bedingungen keimen.

Der Echte Mehltau überdauert Sommer- und Nachernteperioden in Form von Kleistothezien an Ernterückständen sowie als Myzel.

Mit starkem Mehltaubefall ist bei warmer, relativ trockener Frühjahrs- oder Herbstwitterung zu rechnen (reichliche Sporenproduktion und starker Sporenflug). Hohe Luftfeuchtigkeit, nicht aber Regen, Temperaturen zwischen 18 und 22 °C abwechselnd warme und feuchte Tage wirken befallsfördernd. Bei Temperaturen um 25 bis 30 °C entstehen meist keine Pusteln, sondern nur gelbe bis braune Flecken.

Mehltau am Getreide