Mehlmotte

Ephestia kuehniella

Der bis 14 mm große Falter hat eine Flügelspanne bis 22 mm. Seine Vorderflügel tragen Schuppen mit blaugrauem oder rötlichgrauem Grundton. Die beiden zickzackförmigen Querbinden sind an den einander zugekehrten Seiten dunkel und an den einander abgekehrten Seiten heller. Die etwa 0,6 mm großen Eier sind längsoval und weißlich. Die überwiegend weiße, rötlich oder grünlich gefärbte Raupe, mit braunem Kopf, Nacken- und Afterschild wächst bis zu 20 mm Länge und trägt einzelne lange Haare. Die hellbraun bis schwarze, etwa 1 cm lange Puppe entwickelt sich in einem dichtgesponnenen Kokon zum Falter.
Das Schadbild der Mehlmotten fällt durch starke Verspinnungen der Nahrungssubstrate auf. Die Larven sondern nach ihrem Schlupf bis zur Verpuppung kontinuierlich einen feinen Spinnfaden ab, mit dem die befallene Ware verklebt wird. Bei befallenem Getreide kann es durch Mehl- oder Speichermotte zu großflächigen Verspinnungen kommen, die den Feuchtigkeitsaustausch mit der Umgebung behindern. Kondenswasserbildung an diesen Schichten kann bei abendlicher Abkühlung zu Pilzwachstum und massenhafter Milbenentwicklung führen. Der Masseverlust des Lagergutes durch Larvenfraß ist allgemein weniger bedeutend als der wirtschaftliche Verlust, weil die versponnene Ware nicht mehr verkaufsfähig ist. In Getreideverarbeitungsbetrieben ist die Mehlmotte ein gefürchteter Schädling. Die Larven zerfressen Gazesiebe in den Plansichtern der Mühlen, ihre Gespinste verstopfen Mahlgänge und Förderleitungen.

Befallen werden Körner aller Getreidearten, wie Weizen, Roggen, Hafer, Gerste, Mais, Reis, Hirse, weiters Backwaren, Schokolade, Trockenobst, Leguminosenschrot und -mehl, Sämereien, Baumwollsamen, Erdnüsse und Kakaobohnen.

Das Weibchen kann bis zu 500 Eier am Nahrungssubstrat ablegen, deren Entwicklung bis zum Schlupf der sogenannten Eilarve bei 20 °C etwa sechs Tage dauert. Die Larve häutet sich bis zur Verpuppung vier- bis fünfmal. Die Entwicklung vom Ei bis zum Falter dauert bei Temperaturen um 20 °C ungefähr zwei Monate. Unter mitteleuropäischem Klima entwickeln sich 2 bis 3 Generationen in einem Jahr. Bei Raumtemperaturen unter 10 °C wird die Vollendung einer Generation verhindert.

Die Mehlmotte