Mehl- und Getreidemilben

Acarus siro, Glycyphagus destructor

Bei allen genannten Arten sind die ausgewachsenen Tiere 0,4 - 0,6 mm lang, weißlich bis bräunlich gefärbt. Sie machen sehr langsame Bewegungen. In einer Minute kann eine Milbe etwa 25 mm laufen. Ausgewachsene Tiere tragen 8, Larven 6 Beine. Während der Larvenentwicklung auftretende Ruhestadien ermöglichen langes Überleben bei Nahrungsmangel und Trockenheit.

Mehlmilbe
Der ovale, glänzendweiße Körper dieser Milben erreicht eine Größe von etwa 0,5 mm und wird von acht schwach violettfarbenen Beinen getragen.
Die beweglichen Nymphen und erwachsenen Milben haben vier Beinpaare, die Larven nur drei.
Die Larven verursachen innerhalb von einer Woche einen relativ großen Fraßschaden. Getreide und Erzeugnisse werden teilweise oder gänzlich ungenießbar. Der Keimling wird vernichtet. Während der warmen Jahreszeit beschleunigt sich die Entwicklung und führt häufig zu einem Massenbefall. Bei starkem Befall (ab 500 Milben/kg Getreide) wird ein beißender süßlicher Geruch verursacht, das Lagergut wird bis zur Unbrauchbarkeit zerstört. Mehlmilben sollen auch schädliche Mikroorganismen übertragen.
Gefahr kann von Milben ausgehen, die sich beispielsweise in Massen zwischen Papiersäcken mit Raps entwickeln und ein Zusammenstürzen ganzer Stapel verursachen können. Millionen von Milben wirken wie ein Gleitmittel und nehmen den Säcken den mechanischen Halt.

Die Mehlmilbe ist weltweit verbreitet und in den gemäßigten Klimazonen wohl die bekannteste unter den Vorratsmilben. Die Mehlmilbe tritt an bevorrateter Kleie, an Graupen, Grieß, Haferflocken, Teigwaren, Fisch- und Knochenmehl, Ölfrüchten, Heilpflanzen und Trockenobst, Grassamen, Ölkuchen, Pollen von Bienenwaben, seltener an Heu und anderen getrockneten Futterpflanzen oder Einstreumaterialien auf.

Das Weibchen legt bis zu 40 länglich ovale Eier (etwa 0,1 mm) in bis zu 30 Tagen ab, aus denen nach etwa einer Woche 0,2 mm große, sechsbeinige Larven schlüpfen.
Eine rel. Luftfeuchte von weniger als 75 % und über 85 % wird von ihr gemieden. Daher befällt sie kaum frisches, wohl aber länger gelagertes Mehl. In Klimazonen mit warmen Sommern und kühlen Wintern und einer frostfreien Jahreszeit von mehr als 90 Tagen kann es an lagerndem Getreide, dessen Kornwassergehalt über 14 % liegt, zu chronischen Vermilbungen kommen.
Die erwachsenen Milben überleben in Wärmenestern bei Temperaturen von bis zu 50 °C.

Die Mehlmilbe