Leistenkopfplattkäfer, rotbrauner
Cryptolestes ferrugineus
Am Kopf- und Halsschild tragen diese etwa 2 mm langen, sehr flach gebauten, rotbraunen Käfer zum Seitenrand parallel verlaufende Längslinien. Die Fühler sind elfgliedrig und überragen die Mitte des Körpers. Beim Weibchen sind sie etwas kürzer. Die lose zwischen Körner abgelegten, weißen zylindrisch geformten Eier messen etwa 0,6 mm. Die etwa 4 mm langen, gelblich weißen Larven haben spärliche Behaarung, einen braunen Kopf und ein rötlichbraunes Endsegment mit zwei hakenförmigen Fortsätzen. Die weiße Puppe bildet sich nach vierfacher Häutung der Larve in einem Kokon, der häufig in der Nähe des Keimlings eines Getreidekorns gesponnen wird. Die Unterscheidung von anderen Plattkäfer-Arten gelingt nur durch Präparation der Genitalien oder Sichtbarmachung durch geeignete chemische Behandlung.
Bleibt die zügige Bekämpfung nach einem Massenbefall aus, kommt es zu Verklumpungen tief im Innern der Getreideschüttung. Solche Käfernester können mehrere Meter Durchmesser haben. Das Getreide backt betonartig zusammen und kann nicht mehr gefördert werden. Die Nester müssen mühsam ausgegraben werden, wobei sogar der Einsatz von Preßlufthämmern erforderlich werden kann, um die Festlagerung zu zerkleinern.
Käfer und Larven treten häufig in Getreidevorräten schädigend auf. Sie befallen zunächst hauptsächlich den Keimling und fressen an beschädigten Körnern, Mehl, Zwieback und anderen Getreideprodukten. Auch Ölfrüchte, wie z.B. Sonnenblumenkerne werden befallen.
Im Freien kann der Rotbraune Leistenkopfplattkäfer unter der Rinde abgestorbener Bäume überleben.
Die Gesamtentwicklung vom Ei bis zum Käfer dauert im Sommer 5 Wochen und verlängert sich bei niedrigeren Temperaturen bis auf 12 Wochen. Bei Massenbefall bewirken die erhöhten Getreidetemperaturen eine Verkürzung der Entwicklung und es schlüpfen schon innerhalb von etwa 3 Wochen Käfer der nächsten Generation. Wegen dieser schnellen Generationsfolge ist der Leistenkopfplattkäfer wie auch der Getreideplattkäfer (Oryzaephilus surinamensis) in der Getreidelagerei gefürchtet.
