Kraut- und Knollenfäule

Phytophthora infestans

Die ersten wahrnehmbaren Anzeichen der Krautfäule treten frühestens ab Mai in den Frühkartoffelbeständen auf. Der Primärbefall ist an einzelnen, verstreut im Bestand stehenden Stauden feststellbar. Sie weisen in der Regel Verbräunungen des Stängelgrundes - im Falle einer Infektion von befallenem Pflanzgut - oder einzelner Stängelteile auf. Später treten dann gelblich grüne Flecke meist an den unteren Blättern auf, die sich in kurzer Zeit schokoladenbraun verfärben. Diese Flecken bilden sich vorwiegend vom Blattrand oder von der Blattspitze her aus und vergrößern sich schnell bei feuchtem Wetter. In den frühen Morgen- und späten Abendstunden ist am Übergang zwischen gesundem zu krankem Gewebe auf der Blattunterseite ein weißer Saum, gebildet von den Sporangienträgern, zu erkennen. Dieses Symptom ist ein sicheres Unterscheidungsmerkmal zu anderen Blattflecken verursachenden Krankheiten, wie Grauschimmel (Botrytis), Dürrflecken-Krankheit (Alternaria), Mangan- und Magnesium-Mangel. Trockenes Wetter läßt die Flecke spröde und brüchig werden. Von den Primärherden erfolgt vorwiegend in Windrichtung die weitere Ausbreitung, die bei warmer Witterung unbehandeltes Kraut innerhalb weniger Tage, bei kühler Witterung nach längerer Zeit, vollständig zusammenbrechen lässt.
Stark befallene Bestände verbreiten einen eigenartigen, muffigen Geruch. Der Erreger kann auch an Triebspitzen, Stängeln und Blattstielen auftreten (= Stängel-Phytophthora). Die befallenen Gewebepartien sind dunkelbraun verfärbt. Das abgestorbene Gewebe bleibt im Gegensatz zum Befall durch Bakterien fest und trocken.
Bei günstigen Witterungsbedingungen tritt oft eine vollständige Vernichtung des Krautes auf. Diese Erscheinung wird häufig mit vorzeitiger physiologischer Abreife verwechselt.
Der Pilz kann auch die Knollen infizieren. Diese Krankheit wird als Knollenfäule bezeichnet. Die Knollen weisen dann schon zum Zeitpunkt der Ernte oder später im Lager äußerlich bleigraue, leicht eingesunkene Flecken auf. Im Innern der Knolle zeigt sich eine fleckenweise Braunfärbung des Knollenfleisches, die sich nicht scharf gegenüber dem gesunden Gewebe abgrenzt.

Befällt besonders (aber nicht ausschließlich) Arten der Gattung Solanum.

Durch Wind, Blattläuse und Wassertropfen werden die Sporen (= Sporangien) des Erregers verbreitet und gelangen auf das Kartoffelkraut, auf dem sie bei Vorhandensein tropfbaren Wassers auskeimen. Die sogenannte indirekte Keimung der Sporangien überwiegt bei niedrigen Temperaturen: Minimum 2 - 3 °C, Optimum 12 - 13°C, Maximum 24 °C,
die direkte Keimung der Sporangien ist dagegen an höhere Temperaturen gebunden: Optimum 24 °C, Maximum 30 °C.