Kornkäfer

Sitophilus granarius

Die dunkelbraunen, etwa 3,5 mm langen Käfer besitzen einen rüsselförmig verlängerten Kopf. An der Rüsselbasis setzen gekniete Fühler an. Die Fraßwerkzeuge befinden sich am Vorderende des Rüssels. Auf Kopf und Halsschild erkennt man Narbenpunkte, auf den Flügeldecken vertieft verlaufende punktierte Längsstreifen. Die Flügeldecken sind miteinander verwachsen. Der Käfer ist flugunfähig, aber ein guter Läufer.
Seine weißglänzenden, ovalen Eier sind ca. 0,6 mm x 0,3 mm groß. Die weißen, beinlosen Larven mit bräunlicher Kopfkapsel werden nach viermaliger Häutung ca. 3,5 mm groß, sehen spindelförmig runzelig aus und verpuppen sich nach der sechsten Häutung.
Ein Weibchen legt in ein Fraßloch mit seiner Legeröhre ein Ei ab und versiegelt anschließend den Kanal wieder mit einem dichten Sekretpfropfen. In etwa drei Generationen pro Jahr entstehen so bis zu 250.000 Nachkommen, was pro befruchtetem Weibchen in diesem Zeitraum einem Verlust der gleichen Anzahl Körner mit einem Gesamtgewicht von etwa 6 kg entspricht. Zusätzlich zu Fraßschäden entstehen Verluste, weil die Ware nicht mehr verkehrsfähig ist und verloren geht. Das massenhaft befallene Lagergut wird muffig, Bakterien, Pilze und Milben siedeln sich an und verderben die Ware.

Der Kornkäfer befällt Weizen, Roggen, Hafer, Gerste, Mais, Hirse, Reis, Teigwaren, Buchweizen, Mehl, Kleie, Schrot, Mandeln, Erdnüsse, Erbsen, Bohnen, Soja. Er entwickelt sich nicht in Mahlprodukten und geht nach Fraß an Hülsenfrüchten, Lupinen, Mandeln, Erdnüssen und Soja bald zugrunde.

Vom Ei bis zur Puppe entwickelt sich der Kornkäfer im Getreidekorn, das er dabei fast vollständig ausfrisst. Nach ca. fünf Wochen bei 25 °C schlüpft aus einem befallenen Getreidekorn der Jungkäfer, der erst nach der Aushärtung seines Chitinskeletts die Kornhüile verlässt. Nach wenigen Tagen kann die Begattung der Weibchen erfolgen, die dann etwa 200 Tage lang pro Tag etwa ein Ei ablegen. Die Entwicklung vom Ei bis zum Käfer dauert bei 27 °C 29 - 34 Tage. Anzahl der Nachkommen und Lebensdauer der Käfer hängen vom Nahrungsangebot und einem optimalen Mikroklima ab: sechs Monate bei 29 °C und 75 % rel. Luftfeuchte und 2,5 Jahre bei etwa 10 °C. Die Kältestarre tritt bei 5 °C, die Wärmestarre bei 38,5 °C ein. Der Kältetod erfolgt unterhalb von -10 °C und der Wärmetod erfolgt oberhalb von 40 °C recht schnell. In Weizen mit einer Kornfeuchte unter 9 % vermehrt der Käfer sich nicht. Die lichtscheuen Käfer meiden die beleuchteten Oberflächen des Lagergutes.