Johannisbeerknospengallmilbe
Cecidophyopsis ribis
Beschreibung:
Adultes Weibchen O,25mm lang; Körper weißlich, länglich-wurmförmig und fein quergestreift;
2 Beinpaare; Zahl der Tergite und Stemite gleich groß; Prodorsalschild ohne Borsten.
Lebensweise:
Die Johannisbeergalimilbe ist ab Ende März in großer Zahl an den Knospen der Johannisbeere - bevorzugt an denen der Schwarzen Johannisbeere - zu finden. Vom Frühsommer an bis Juni oder Juli erstreckt sich die Ausbreitung an der Pflanze und im Bestand (auch durch Wind und Insekten). Im Juni und Juli erfolgt dann das Eindringen in die Knospen, in denen die Eiablage und die weitere Entwicklung stattfinden. Im Schutze der nun anschwellenden Knospen (die Knospen vergallen) erfolgt die Vermehrung sehr schnell, die im September meist einen ersten Höhepunkt erreicht; als Nahrung dient das Gewebe der Knospen. Nach einer kurzen Entwicklungspause im frühen Winter setzen sie im Januar ihre Vermehrung fort, die im Vorfrühling einen zweiten Höhepunkt erreicht. In diesem Stadium können sich mehrere tausend Milben in einer einzigen Knospe aufhalten. Im Frühjahr kommt es nicht selten auch zu einem Befall der Vegetationspunkte junger Triebspitzen. Im Zeitraum von Blühbeginn bis Fruchtansatz verlassen die Milben die sich öffnenden Rundknospen, wobei ihrer Wanderung hohe Luftfeuchtigkeit und Temperaturen zwischen 25 und 30°C dienlich sind. Pro Jahr ist mit 6 Generationen zu rechnen.
Schaden und Symptome:
Der größte Schaden entsteht durch die Parasitierung der Knospen. Besonders deutlich bilden sich die Rundknospen zwischen Oktober und April aus. Diese vergallten Knospen treiben nur unvollständig aus oder trocknen ein und sterben ab (Juli); sich entwickelnde Blüten sind unvollständig ausdifferenziert. Verkahlung der Triebe oder Hexenbesen-Bildung durch austreibende Seitentriebe sind die Folge. Während die Blätter der Roten Johannisbeere nekrotisieren und vorzeitig abfallen, werden die der Schwarzen Johannisbeere stark mißgebildet, unsymmetrisch, oft dreilappig und tief eingeschnitten. Die Johannisbeergailmilbe fungiert zudem noch als Überträger der Brennesselblättrigkeit (Viröser Atavismus).
Diagnose:
Die Saugschäden an den Blätter werden ab Mai sichtbar; zur Ausbildung der typischen Knospengallen kommt es besonders zwischen Oktober und April. Besonders anhand der kugelig angeschwollenen Knospen - in Verbindung mit Blattdeformationen - ist eine zweifelsfreie Bestimmung möglich. Die Blattsymptome ähneln denen der Brennesselblättrigkeit (Viröser Atavismus).
Bekämpfung
- befallfreies Pflanzgut verwenden
- keine Neuanpflanzungen in der Nähe befallener Altanlagen
- stark befallene Triebe vor Blühbeginn ausschneiden und vernichten
- bei sehr starkem Befall totaler Rückschnitt auf 20cm Trieblänge unter Einsatz von Pflanzenschutzmitteln
