Johannisbeerglasflügler
Synanthedon tipuliformis
Die Falter haben eine Flügelspannweite von 17 - 21 mm. Die Flügel sind vorwiegend durchsichtig, mit braunschwarzen Adern und Rändern. Die Vorderflügel sind zur Spitze hin teilweise orangebraun. Der Körper ist metallisch blauschwarz (im Jugendstadium), mit 3 (Weibchen) oder 4 (Männchen) schmalen, gelben Querbinden. Das ist Ei 0,4 - 0,6 mm groß, oval und gelblichweiß. Die Raupe ist 15 mm lang, glänzend cremeweiß mit hellbraunem Kopf. Die Puppe ist 10 - 12 mm lang und hellbraun.
Der Schaden wird meist erst beim Winterschnitt sichtbar. Die befallenen Zweige sind brüchig und brechen unter der Eis- und Schneelast leicht ab. An welken und kümmernden Trieben ist der Befall nur an den Schlupflöchern und Kotkrümeln zu sehen. Fruchttriebe können sich nicht entwickeln. Stark befallene Triebe vertrocknen und sterben ab, häufig in Verbindung mit Botrytis-Rindenbrand.
Die durch diesen Schädling verursachten schwarzen Fraßgänge im Mark der Triebe sind ein sicheres Zeichen für dessen Anwesenheit. Häufig findet man hier auch noch die Larven.
Vorkommen: An Roten Johannisbeeren und Stachelbeeren. An Schwarzen Johannisbeeren leben die Raupen.
Der Johannisbeerglasflügler überwintert als fertig entwickelte Raupe im jüngeren oder älteren Holz. Im April oder Mai legt sie einen Gang bis fast zur Oberfläche an, der nur noch durch eine dünne Wand verschlossen bleibt. Hier wird im ausgehöhlten Mark ein seidener Kokon gesponnen und die Raupe verpuppt sich. Einige Wochen später schiebt sich die Puppe aus dem Kokon und streift schließlich auch ihre Puppenhülle ab, die im Schlupfloch steckenbleibt. Der Falter fliegt dann von Ende Mai bis in den Juli hinein, hauptsächlich in den Morgenstunden sonniger Tage. Die Eiablage erfolgt einzeln an der Rinde in der Nähe einer Knospe oder eines Seitentriebes. Nach ca. 10 Tagen schlüpfen die Raupen, die sich sogleich bis zum Mark einbohren und zu fressen beginnen. Sie minieren dort den ganzen Sommer und Herbst hindurch und verbringen hier auch den Winter.
