Himbeerrutengallmücke
Ressiella theobaldi
Die Himbeerrutengallmücke ist 1,4 - 2,1 mm lang. Der Körper ist kastanienbraun, zart aussehend und langbeinig. Das Ei ist 0,3 x 0,9 mm groß, langoval, glänzend und durchscheinend. Die Larve ist 3 - 3,5 mm lang. Die Junglarve ist farblos, später rötlich gefärbt. Die Puppe ist 1,3 - 2 mm lang und kastanienbraun, mit Atemhörnern an Thorax und Kopf.
Durch den Fraß der Larven in den Ruten verbräunt besonders das Gewebe in Bodennähe und sinkt leicht ein. In den Fraßstellen verfärben sich die Ruten dunkelgrau bis violett. Bei stärkerem Befall treten im kommenden Frühjahr häufig die typischen Symptome der Himbeerrutenkrankheit auf. Besonders für das Eindringen von Didymella appianata und Leptosphaena coniothyrium in die Korkschicht des Rindengewebes gelten die Larven als Wegbereiter.
Vorkommen: Hauptsächlich an Himbeere.
Die Überwinterung der Himbeerrutengallmücke erfolgt als Larve in 1 - 3 cm Bodentiefe. Nach der Verpuppung Ende März bis Mitte April schlüpfen die adulten Mücken von Anfang Mai an. Ab Lufttemperaturen um 15 °C fliegen sie die etwa 20 - 30 cm langen Himbeerruten an und beginnen sogleich mit der Eiablage in Rindenrissen. Bei einer Lebensdauer von 3 - 5 Tagen legen die Weibchen 50 - 60 Eier ab, aus denen 4 bis 7 Tage später die Larven schlüpfen. Bei Temperaturen von 20 bis 22 °C durchlaufen diese die 3 Larvenstadien in rund 16 Tagen, lassen sich zu Boden fallen und verpuppen sich in einem weißen Kokon im Boden. Etwa 3 Wochen später schlüpfen die Mücken der zweiten Generation, deren Larven im Juli und August zu finden sind. Die Larven der dritten Generation treten im September auf, überwintern in ihrem Kokon im Boden und verpuppen sich im kommenden Frühjahr. Bei starkem Befall können - besonders bei den beiden letzten Generationen - mehrere hundert Larven in einer Rute angetroffen werden, wobei die Nachkommen eines Weibchens typischerweise gleichgeschlechtlich sind.
