Halmbruchkrankheit - Pseudocercosporella
Pseudocercosporella herpotrichoides
Der typische Augenfleck auf der Halmbasis ist hellgrau und von einem hellbraunen unscharfen Rand umgeben. Die äußere Blattscheide reißt in der Mitte der Flecken auf. Bei jungen Pflanzen kann die gesamte Blattscheide verbräunen. Nach starkem Herbstbefall mit Frost sterben schon früh ganze Pflanzen ab. Gegen Ende der Vegetationszeit hat der Erreger im Halminnern unter der Befallsstelle ein dichtes weißgraues Myzel gebildet.
Die Vermorschung des Halmgewebes führt zu Halmbruch, wobei die Halme wirr durcheinander fallen und nesterweise lagern. Bei spätem Befall tritt kein Halmbruch, sondern Weißährigkeit ein, zufällig im Bestand verteilt: Augenflecke verursacht auch Rhizoctonia cerealis. Blattscheiden- und Halmverbräunungen werden ebenfalls durch Fusarium-Arten, Helminthosporium sativum und Ophiobolus graminis hervorgerufen. Weißährigkeit entsteht auch durch Schwarzbeinigkeit oder Ährenfusarien.
Bekämpfungsschwelle:
Bei Winterweizen und -roggen:
EC 31 - 32: 25 % der Haupttriebe (vorletzte Blattscheide vor dem Halm) befallen.
Wirtspflanzen sind Weizen, Roggen und Gerste, vor allem die Winterformen. Außerdem werden Kultur- und Wildgräser befallen.
P. herpotrichoides überdauert mindestens 2 Jahre im Boden an Getreidestoppeln. Die Primärinfektion geht von Konidien aus, die an verseuchten Stoppeln, Ausfallgetreide und Wildgräsern bei niedrigen Wechseltemperaturen gebildet werden. Die Ausbreitung im Bestand erfolgt hauptsächlich durch Regenspritzer. Hat der Pilz die erste Blatthülle durchdrungen, bildet er darunter typische Infektionskissen, die zahlreiche Hyphen in die folgende Blattscheide schicken. Zu spürbaren Ertragsschäden kommt es bei Weizen erst, wenn im Milchreifestadium mehr als 50 % des Halmumfangs verbräunt ist. Vermorscht auch die Halmbasis, so ist wegen des Lagers auch bei Roggen mit erheblichen Ertragsverlusten zu rechnen. Gerste reagiert wegen ihrer schnelleren Abreife ertragstoleranter.
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