Getreidemotte

Sitotroga cerealella

Die Getreidemotte ist zwar nicht die häufigste, jedoch die gefährlichste Vorratsmotte. Bedingt durch die versteckte Lebensweise der Larven (die Larven leben im Korninnern) und das Fehlen von Gespinsten wird der Befall fast immer zu spät entdeckt. Die Körner sind ausgehöhlt (Wasserprobe), jedoch nicht, wie bei allen anderen Vorratsmotten, mit Gespinsten und Kotballen verunreinigt. Erst im fortgeschrittenen Stadium erscheinen kreisrunde, glatte Löcher in den Körnern, die Ausschlupflöcher der Falter. Befallene Nahrungsmittel nehmen einen unangenehmen Geruch an.
Der Falter erinnert in Größe, Habitus und Färbung an die Kleidermotte. Die schmalen, lanzettförmigen Vorderflügel sind lehmgelb gefärbt mit verwaschenen bräunlichen Punkten (meist abgeschuppt). Die schmalen Hinterflügel sind einheitlich hell. Beide Flügelpaare besitzen lange Fransen am Hinterrand. Die rötlich-gelbe Larve kann bis zu 7 mm lang werden. Die drei Beinpaare werden im Laufe der Larvalentwicklung zu kurzen Haken reduziert.

Diese Falter befallen alle Getreidesorten einschließlich Reis, auch Leguminosen sind gefährdet. In heißen Ländern erfolgt der Befall schon auf dem Feld.

Wie alle anderen Nahrungsmotten auch, nimmt der Falter keine Nahrung mehr auf. Er hat eine Lebensdauer von 1 bis 2 Wochen. In dieser Zeit legt das nachtaktive Weibchen 100 - 200 Eier ab. Die geschlüpften Jungraupen versuchen sofort, sich in ein Korn einzubohren. In dieser Lebensphase können sie bis zu 11 Tagen hungern, ohne Schaden zu nehmen. Im Inneren des Korns bringen sie dann ihre Entwicklung zu Ende. Bei optimalen Bedingungen, 26 - 30 °C und 70 % r. F., dauert die Entwicklung vom Ei bis zum Falter 33 Tage.
Diese Art ist zwar ausgesprochen wärmeliebend (optimale Aktivitätstemperatur 23/26 °C), aber die Überwinterung im ungeheizten Lager ist trotzdem möglich. Erst Minustemperaturen über einen längeren Zeitraum hinweg werden nicht mehr vertragen.

Die Getreidemotte