Fusarium (Fußkrankheit, Taubährigkeit), Fusarium-Saatgutverseuchung
Fusarium culmorum, F. graminearum, F. avenaceum
Alle Erreger beeinträchtigen das Auflaufen des Getreides; die Keimlinge sterben ab. Die Fusarien werden auf Wurzeln, Blattscheiden, Halmbasis und in Halmknoten gefunden. Auf den Blattscheiden junger Pflanzen bilden sich zuerst strichförmige Verbräunungen. Typisch ist dann ein braunvioletter Ring über dem ersten Knoten. Im Halminnern entwickelt sich ein lockeres weißliches Pilzmyzel.
Weitaus die größten Schäden entstehen bei Ährenbefall. Erreicht der Schadpilz früh die Ährchenachse, stirbt eine Kornanlage oder das ganze Ährchen ab. Dringt der Pilz bis zur Ährenspindel vor, entsteht partielle Weiß- oder Taubährigkeit. Infektionen während der Blüte führen zum Absterben der Kornanlagen, spätere Infektionen zu Schrumpfkorn. Bei feuchter Witterung bilden die Fusarien an den Spelzenkanten rosa Sporenlager. Die erkrankten Ähren werden schließlich von Schwärzepilzen besiedelt. Weißährigkeit entsteht auch nach Befall mit Fußkrankheitserregern, hierbei stirbt die ganze Pflanze vorzeitig ab.
Alle Hauptgetreidearten werden befallen, am häufigsten Hafer und Weizen (vor allem Durumweizen), daneben auch Mais und zahlreiche Gräser.
Zur Halmbasis dringen die Fusarien vom Saatgut oder vom Boden aus über die Kronenwurzeln vor. Gefährdet sind die Pflanzen besonders bei höheren Temperaturen und Trockenstress.
Die höchsten Temperaturansprüche hat die Art F. graminearum, die von (Mais-) Stoppelresten über Ascosporen die Ähre erreichen kann. Infektionen kommen bei einer eintägigen Befeuchtung ab 18 °C zustande. F. culmorum ist etwas kältetoleranter und F. avenaceum noch besser an kühle Bedingungen angepasst.
Für Mensch und Tier gefährlich werden die Fusarien wegen der Mykotoxine, die im Korn bis zu einer Feuchte von 16 % gebildet werden. Bei langsamer Abreife des Getreides, Lagern der Bestände, spät abreifenden Getreidearten und -sorten sowie bei Wiederbefeuchtung des Ernteguts im Lager ist das Mykotoxinrisiko besonders hoch.
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