Feuerbrand

Erwinia amylovora

Im Frühjahr welken die Blätter und Blüten anfälliger Wirtspflanzen. Es kommt zu plötzlicher Verbräunung oder Schwarzfärbung. Infizierte Triebe erscheinen zuerst wasserdurchzogen und fahlgrün, verfärben sich innerhalb weniger Stunden und vertrocknen. Die Triebspitzen verkrümmen infolge des Wasserverlustes. Bei hoher Luftfeuchtigkeit treten weißliche Tropfen des Bakterienschleimes aus den erkrankten Stellen.
Die Krankheit breitet sich auf Äste und Stämme aus. Unter der zerstörten Rinde verfärbt sich das Holz rötlich und ist von klebrigem Bakterienschleim durchsetzt.
Im Herbst kommt die Ausbreitung der Bakterien zum Stillstand und es entstehen krebsartige Wunden, in denen der Erreger latent überwintert. Im Frühjahr vermehren sich die Bakterien wieder und der Krankheitszyklus wird in Gang gesetzt.

Der Feuerbrand ist die gefährlichste Bakterienkrankheit des Kernobstes. Die Ausbreitung konnte weltweit trotz zahlreicher Maßnahmen nicht eingedämmt werden. Auch in Österreich ist Feuerbrand mittlerweile in allen Bundesländern nachgewiesen worden und hat regional zu schweren Schäden mit anschließender Rodung der betroffenen Anlagen geführt.

Die Bakterien werden durch Wind, Regen und Insekten verbreitet. Die Blüteninfektionen werden von Bienen, Hummeln, Fliegen und Wespen ausgelöst. Triebinfektionen werden durch Pflanzensauger (Blattläuse, Wanzen, Zikaden) oder Hagel ausgelöst. Eine Ausbreitung innerhalb einer Obstanlage ist auch durch Schnittwerkzeuge möglich.
Die Erreger dringen durch Lentizellen, Spaltöffnungen, Wunden und Narben im Bastteil stammabwärts bis in die Wurzel ein. Temperaturen über 18 °C und hohe Luftfeuchtigkeit sind erforderlich.

Feuerbrand