Drahtwurm

Agriotes spp.

Unter der Bezeichnung Drahtwürmer werden die gold-gelben, langgestreckten, walzenförmigen, bis 2,5 cm langen Larven der Schnellkäfer zusammengefasst. Bei feuchter, kühler Witterung halten sich die meisten Larven in oberflächlichen Bodenschichten auf. Ein Absinken der Luftfeuchtigkeit treibt sie in größere Tiefen oder auch beispielsweise in das Innere von Kartoffelknollen. Hier werden dann bis zu 3 mm starke Bohrgänge angelegt. Bei jüngeren Stauden beobachtet man hingegen in erster Linie Wurzelfraß.

Der 9 - 12 mm lange, braune bis schwarze Schnellkäfer ist relativ schlank und langgestreckt. Seine Flügeldecken verjüngen sich nach hinten zu einer stumpfen Spitze. Die Käfer sind in der Lage, sich aus der Rückenlage ruckartig in die Bauchlage zurückzuschnellen. Sie ernähren sich von zarten Pflanzenteilen wie jungen Blättern, Blüten und jungen Früchten, ferner von Wurzelknollen (Kartoffeln), fleischigem Stängelgewebe und weicher Rinde frischer Triebe. 

Die Larven der Agriotes-Arten gehören zu den wichtigsten Allgemeinschädlingen. Auf humusreichem Boden werden Drahtwürmer, sofern ausreichend abgestorbene pflanzliche Substanz vorrätig ist, kaum schädlich. Daher wird auch im ersten Jahr nach Grünlandumbruch selten Schadfraß beobachtet. Die wirtschaftliche Bedeutung der Drahtwürmer beruht auf ihrer Neigung zu gelegentlichem Massenauftreten. Dabei werden nicht selten mehrere hundert Tiere pro Quadratmeter gezählt.

Aus den im Juni/Juli abgelegten 0,5 mm großen Eiern schlüpft einen Monat später der kleine Drahtwurm. Bis zum Abschluss der Larvenentwicklung werden je nach Nahrungsangebot und Witterung 3 - 5 Jahre benötigt. Drahtwürmer bevorzugen Grünland und stark verkrautetes Ackerland. Im Hochsommer des letzten Larvenjahres (Juli/August) verpuppen sie sich in 10 - 30 cm Bodentiefe. Die 1 bis 2 Wochen später schlüpfenden Käfer überwintern überwiegend im Puppenlager, erscheinen jedoch teils noch an der Oberfläche, um zu fressen. Vor Frostbeginn vergraben sie sich wieder.

Drahtwurm