Brenner, Roter

Pseudopezicula tracheiphila

Auf den untersten Blättern sind durchscheinend gelbliche Flecken zu erkennen. Allmählich werden diese Blattpartien bei Weißweinsorten blaßgrün bis hellgelb und schließlich braun, umgeben von einem schmalen gelben Saum. Bei Rotweinsorten nehmen die Flecken eine leuchtend rote bis weinrote Farbe an. Die Befallsstellen sind meist scharf durch größere Blattadern begrenzt und bleiben stets ohne Pilzrasen. Bei starkem Befall verdorren die Blätter gänzlich und fallen ab, wodurch die Triebe im unteren Bereich frühzeitig entlaubt erscheinen.

Das Rotbrenner-Auftreten ist in der Regel auf bestimmte Lagen beschränkt. Stark rotbrennergefährdet sind erfahrungsgemäß Weingärten in der Nähe von Waldrändern, Böschungen und Bracheflächen, in steilen Hanglagen und Querterrassen, wo der Wind häufig das Laub zusammenweht, bei Winter- oder Dauerbegrünung, auf leicht erwärmbaren, hitzigen, extrem leichten, durchlässigen Böden (die leicht zu Wasserstreß neigen), aber auch auf besonders schweren, tonreichen Böden.

Vorkommen: An Wein.

Der Erreger des Roten Brenners überwintert als Myzel im vormals befallenen, am Boden liegenden Laub von Reben, aber auch auf Blättern von zahlreichen Wildgehölzen. Dort kann er sogar über mehrere Jahre saprophytisch lebensfähig bleiben. Im Frühjahr bilden sich bei guter Durchfeuchtung des infizierten Laubes und Temperaturen über 8 °C als Fortpflanzungsorgane kleine schüsselförmige Fruchtkörper, sogenannte Apothezien. In diesen finden sich 50 bis 250 Sporenschläuche (Asci), in welchen Ascosporen differenzieren. Die Freisetzung der Ascosporen aus den reifen Apothezien setzt ausreichende Niederschläge voraus und erfolgt mehrheitlich während der Abtrocknungsphase der Rebblätter.

Gelangen die Ascosporen durch Luftbewegung auf grüne Rebblätter, dann können sie bei Temperaturen zwischen 5 und 25 °C (optimal 18 bis 20 °C) und einer relativen Luftfeuchte über 95 % mit einem kurzen Keimschlauch, sowohl blattunterseits als auch blattoberseits, ins Gewebe eindringen. Mit seinen Hyphen durchwuchert der Pilz die Wasserleitungsbahnen der Hauptadern der Blätter und verstopft sie, wodurch der zwischen den befallenen Blattnerven liegende Blattspreitenbereich ohne Wasser- und Nährstoffzufuhr bleibt.

Infektionen im Hochsommer können bei sehr regnerischem Wetter von sehr spätem Sporenschub herrühren oder von einer im Laufe des Sommers auf bereits abgefallenen erkrankten Rebblättern gebildeten zweiten Generation von Apothezien.

Wechselhafte Bedingungen mit Regenfällen und Trockenzeiten begünstigen die Fruchtkörperreife und kräftiger Wind den Sporenflug.

Roter Brenner