Blatt- und Spelzenbräune

Septoria nodorum

Bei günstigen Witterungsvoraussetzungen entstehen während der Schoßphase des Weizens zuerst auf den untersten noch grünen Blättern 1 - 2 mm große, spindelförmige Blattflecken, die sich zu Nekrosen ausdehnen; z.T. erkennt man noch die Infektionsstellen als dunkel-braune Punkte. Die Flecken sind oft von einem gelblichen Hof umgeben. Typisch für S. nodorum sind Symptome in der Blattachsel; sie breiten sich auch in die Blattscheide aus.

Erst auf vollkommen abgestorbenen Gewebeteilen bilden sich nach weiterer Einwirkung von Feuchtigkeit und Licht Pyknidien, die eine sichere Diagnose des Blattfleckenerregers erlauben. Sie sind kugelig, mit einer ringförmigen Öffnung in das Blattgewebe eingesenkt. Im Durchlicht erscheinen sie honig-braun. Bei Befeuchtung treten rosa Sporenschleimranken aus.

Das Endstadium der Erkrankung ist schließlich der Befall der Ähren. In der Regel beginnt die Verbräunung der Hüllspelzen von der Spitze her;

die Deckspelze wird meist nur in ihrem oberen Teil braun. Eine Infektion der Samen hat einen lückenhaften und ungleichmäßigen Feldaufgang zur Folge. Die Koleoptilen der Keimpflanzen sind verbräunt, verkürzt und verdreht, z. T. mit stecknadelkopfgroßen Vorwölbungen. Durch S. nodorum werden alle oberirdischen Pflanzenteile befallen.



Bekämpfungsschwelle:

12 % der Blätter mit Pyknidien

EC 37 - 39 auf F-5 oder F-4

EC 41 - 49 auf F-4 oder F-3

EC 51 - 59 auf F-3 oder F-2

S. nodorum wird vor allem auf Weizen gefunden, aber auch auf Gerste, Triticale, Roggen sowie zahlreichen Gräsern. Ein stärkeres Auftreten auf einigen Triticalesorten lässt auch auf dieser Getreideart wirtschaftliche Schäden erwarten.

Befallene Ernterückstände und infiziertes Saatgut stellen die wichtigsten Inokulumquellen dar. Auf den Pflanzenresten überdauert der Erreger in Myzelform; seine Pyknosporen werden durch Regenspritzer nur über kürzeste Entfernung verbreitet. Im Herbst und Frühjahr werden auch Ascosporen mit dem Wind über mehrere Kilometer verteilt.

Warmfeuchte Bedingungen im Verlauf des Schossens begünstigen die sekundäre Ausbreitung, die allein über Pyknosporen erfolgt. So bilden sich die Pyknidien nur nach Blattbenetzung. Durch auftreffende Regentropfen werden die Sporen auf benachbarte höher liegende Blattetagen sowie die Ähre transportiert. Ein ausreichender lnfektionserfolg setzt Tagesminimumtemperaturen von 8 - 10 °C voraus.

In den frühen Infektionstadien kann der Pilz nicht direkt in die Epidermiszellen eindringen, er tötet sie erst durch Toxine ab. In gleicher Weise breitet er sich dann in tiefere Gewebebereiche aus und bildet schließlich unter den Spaltöffnungen seine Pyknidien.

Die Inkubationszeit ist von der Temperatur, der weiteren Blattnässe sowie dem physiologischen Blattalter abhängig; Auf abgestorbenem Gewebe sporuliert der Pilz dreimal so schnell wie auf voll lebendem.